Erst Therapiemethode oder erst Überprüfung?

Was kommt zuerst?

Die meisten Gesundheitsämter legen – völlig zu Recht – großen Wert darauf, dass nicht nur für die Überprüfung  gelernt wird, sondern fordern auch, dass man mindestens eine Therapiemethode beherrschen sollte.

Soweit die Idee. Die Realität sieht für mich persönlich anders aus. Therapiemethoden „richtig“ kennenlernen – das geht für mich über Selbsterfahrung, aber auch Praxis. Und praktische Erfahrungen kann ich nicht sammeln, wenn ich noch kein Heilpraktiker für Psychotherapie bin.

Ich glaube auch daran, dass – dies gilt natürlich für diejenigen, die nicht aus dem psychosozialen Bereich kommen – man erst mal die Grundlagen richtig kennen sollte, bevor man sich für „seine“   Therapiemethoden entscheidet.

Als Betriebswissenschaftlerin und absolute Laienpsychologin war es für mich wichtig, bei der Theorie anzufangen.

Was gibt es eigentlich alles an psychischen Störungen?

Welche können von Heilpraktiker für Psychotherapie behandelt werden?

Und welche Therapiemethoden kommen meinen eigenen Überzeugungen am Nächsten?


Das heißt, ich bin in die Prüfung gegangen ohne eine Therapiemethode richtig zu beherrschen. Das hat in der mündlichen Prüfung natürlich auch zu Diskussionen geführt. Ich hatte theoretisches Wissen über verschiedene Therapiemethoden und identifizierte mich am meisten mit der Gesprächstherapie nach Carl Rogers. Damals war ich gerade einen Monat in meiner praktischen Weiterbildung und konnte dies auch belegen. Das war schon mal gut. Auch wenn die Begeisterung meiner Prüfer diesbezüglich eher mäßig war. Schlussendlich ist es aber auch so, dass auch die psychologischen Psychotherapeuten erst mal durch ihr theoretisches Studium müssen, bis sie die praktische Ausbildung absolvieren dürfen. Und das hat auch seinen Sinn.


Was ich sagen will: Viele Wege führen nach Rom. Auch wenn ihr vielleicht noch keine Profis im psychologischen Bereich seid, spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, eure praktische Weiterbildung an die Überprüfung anzuknüpfen. Für mich ist das der richtige Weg, allerdings behandele ich auch noch keine Patienten. Das mache ich erst, wenn ich mich sicher in der therapeutischen Begleitung fühle. Und dies halte ich für sehr wichtig, damit wir verantwortungsvolle Heilpraktiker für Psychotherapie werden.

2 Kommentare zu „Erst Therapiemethode oder erst Überprüfung?

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  1. Hallo Sonja, mir geht es als Betriebswirt ähnlich 🙂 Meine Prüfung ist im Oktober, habe mich aber entschlossen (läuft seit 2017) eine Therapieform zu inhalieren. Habe mich für Rogers entschieden (Personenzentrierte….) Abschluss im Sept. Ich denke damit sind die Voraussetzungen für die HPpsy Prüfung besser. Kann zwar noch NLP und MIndfulness vorweisen, schien mir aber nicht ausreichend.

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    1. Und wie gefällt dir die Weiterbildung „Personenzentrierte Gesprächsführung“? Denkst du, dass du für dich die richtige Therapiemethode gefunden hast? Viel Erfolg für deine Prüfung im Oktober und danke für deinen Kommentar! Viele Grüße Sonja

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