Die schriftliche Prüfung – Mein Tagebuch 11.10.2017

Wir können es schaffen

Meine Lerngruppe und ich – ein Dreamteam! Das beweist sich auch wieder bei unserer schriftlichen Prüfung. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg nach Celle und übernachten in einem Hotel ca. 15 Autominuten von dem Kongresszentrum entfernt, wo die Prüfung stattfindet. Abends fahren wir am Kongresszentrum vorbei, um zu gucken, wo wir am besten parken können und wo der Eingang ist. Das fühlt sich gut an. Um zumindest etwas Sicherheit zu haben.

Da sitzen wir nun – alle vier in einer Reihe. Mit uns wohl noch etwa 250 Leute, die sich genauso hundeelend und aufgeregt fühlen wie wir uns. Nach einer kurzen Einführung über den Ablauf der Prüfung werden die Prüfungsfragen auch schon ausgeteilt.


Erste Frage Psychoanalyse – die ist machbar. Erleichtert atme ich durch und blättere weiter. Delirium Tremens – das wird schon schwieriger, hier muss ich gründlich nachdenken. Ich beschließe erst mal weiter zu blättern. Bindungsstörungen. Was? Oh nein, die habe ich nur flüchtig gelernt. Und die sind mir in den Prüfungsfragen in den letzten Jahren nie begegnet. Doch lieber zurück zum Delirium Tremens, das kriege ich hin. Weiter zu den Symptomen des akuten Cannabisrauschs – Cannabisrausch und ideenflüchtiges Denken – ob das zusammengehört? Ich gerate ins Grübeln. Und schaue hektisch auf die Uhr. Schon so spät? Ich schlage die nächste Seite auf.


Und genau so geht es weiter. Ich brauche die kompletten 55 Minuten – kurz vor Ende bin ich fertig mit der Übertragung auf den Antwortbogen. Und meinen Nerven.

Ich habe alle Fragen aus den letzten Jahren hoch und runter gelernt. Aber es kommen viele Themengebiete vor, die in der Vergangenheit keine Relevanz hatten. Mit wackeligen Beinen verlasse ich die Kongresshalle. Auch meine Lerngruppe ist ganz still. Gedankenverloren laufe ich neben meinen Leidensgenossen.

„Kommt, ich lade euch auf einen Kaffee ein.“ Ein Lern-Kommilitone holt mich wieder in die Realität zurück. Wir beschließen in das nächste Café einzukehren und lassen die Prüfung erst einmal sacken.

Einig sind wir uns alle: Die Prüfung war deutlich schwerer als gedacht. Und unserer Meinung nach auch schwerer als in den Jahren davor. Der Schock sitzt tief.

Meine Lerngruppe möchte die Ergebnisse untereinander vergleichen. Dabei ist mir mulmig. Sowas habe ich damals als Studentin auch schon immer gehasst. Und damit schlechte Erfahrungen gemacht. Ich teile meine Gedenken, aber wir machen es trotzdem. Ganz langsam und ruhig besprechen wir die Antworten. In meinem Tempo, denn vor Anspannung zittere ich am ganzen Körper.

Und obwohl wir alle ein miserables Gefühl nach der Prüfung hatten, sind viele Antworten bei uns identisch. So identisch, dass wir alle – zumindest nach unserem Kenntnisstand – bestanden haben müssten. Ich kann es gar nicht glauben. Aber es ist so. Das Lernen in der Weiterbildung, in der Lerngruppe und im Selbststudium hat dazu geführt, dass wir ein solides Wissen aufgebaut haben und – auch wenn wir uns bei vielen Fragen nicht sicher waren – richtig beantwortet haben.


Meine kleinen Tipps für euch für die schriftliche Prüfung:

  • Ich kann es nicht oft genug sagen: Ohne meine Lerngruppe wäre ich aufgeschmissen gewesen.  Gründet eine Lerngruppe und trefft euch regelmäßig – egal wie müde ihr seid.
  • Lernt schriftliche Prüfungsfragen rauf und runter. Auch wenn die Themen variieren – die Art der Fragen und Wege die Fragen zu beantworten, lernt ihr am einfachsten, wenn ihr eine Million Fragen beantwortet. Bis sie euch aus den Ohren kommen.
  • Aber: Egal, wieviel Prüfungsfragen ihr lernt – das Wichtigste ist natürlich, die Störungsbilder und Therapiemethoden zu kennen. Lest alles über Psychologie und Psychotherapie, was ihr in die Finger bekommen könnt.
  • Ach so – wenn ihr ein nettes, günstiges Hotel mit WLAN sucht im Raum Celle (Hambühren), im Oktober 2017 für 51,00 EUR p.N. und Frühstück:  https://www.heidebluete.eu/hotel/

Für diejenigen, die sich fragen, wie genau meine Prüfung aussah – anbei ein Link des Forum Gilching e.V. zu meiner Prüfung vom Oktober 2017:

https://www.forum-gilching.de/pruefungsfragen/oktober-2017.html

 

 

 

 

2 Kommentare zu „Die schriftliche Prüfung – Mein Tagebuch 11.10.2017

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  1. Wirklich spannend. In zwei Wochen ist es bei mir auch so weit.. auch in Celle!
    Leider habe ich keine Lerngruppe vor Ort gefunden. Dann muss es eben auch alleine reichen. 🙂

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    1. Vielen lieben Dank für deine Kommentare. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei deiner Prüfung. Wenn du Fragen dazu hast, darfst du mich gerne per Mail kontaktieren. Liebe Grüße Sonja

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